Nach einem Jahr wieder in Deutschland

Gleich an meinem ersten Tag in Deutschland wurde ich mit einem Fest überrascht, bei dem ich gleich fast die ganze Familie sehen konnte. War wirklich schön...

Uiuiui…zum Glück hatte ich einen kleinen Umkehr-Kulturschock erwartet denn der ist auf jeden Fall nicht ausgeblieben. Schon als ich beim Umsteigen in Dubai das Gate für den Flug nach Frankfurt betrat musste ich mich mit meinen Freunden kringeln vor Lachen. Man hat sofort gemerkt, dass alle deutsch waren. Die Menschen haben alle so mega ernst ausgesehen und uns auf diese misstrauische distanzierte Weise angeschaut, wie es wohl nur deutsche können. Ganz anders als das herzliche Lächeln und die offenen Augen mit denen mir Inder normalerweise begegnet sind! Und die Fahrt auf deutschen Straßen und durch deutsche Dörfer war auch krasser für mich als ich es erwartet hätte. Alles ist so unglaublich groß, so wahnsinnig suber und so verwirrend ruhig. Als wäre die Welt frisch abgestaubt und in einen Wattebausch gehüllt. Und diese riesigen zubetonierten Flächen, die Perfektion, die Pünktlichkeit. Als mir im Zug durchgesagt wurde, dass wir 5 Minuten Verspätung haben fand ich das schon ganzschön lustig!

Meine ganze Familie ist natürlich happy

Meine ganze Familie ist natürlich happy

Und trotzdem scheinen sich die Menschen unglaublich über alles aufzuregen. Das ist es glaube ich, was mir mit am meisten auffällt, jetzt wo ich schon ein paar Tage hier bin. Alles wird todernst genommen und meiner Meinung nach fehlt vielen die Fähigkeit das Leben mit Gelassenheit und Humor zu nehmen. Aber ich will ja nicht nur meckern (ihr seht, auch ich bin am Ende noch deutsch)…

Es ist richtig schön wieder all das gute Essen zu genießen und Freunde und Familie zu treffen. All der Luxus dem man sich hier kaum entziehen kann kommt

mir zwar noch etwas komisch vor aber ich werd mich dran gewöhnen ;-)

Und Abenteuer gibt es hier bestimmt auch zur genüge. Wenn man auch mehr danach suchen muss als in Indien…

thx an meine freunde, ihr seid soo süß

Ach ja, jetzt hätte ich fast das Wichtigste vergessen:

Wer sich dafür interessiert Bilder zu sehen, mich persönlich auszuquetschen, einen Sari anzuprobieren etc. kann am Mittwoch den 24.August zu meinem Indien Info-Abend im Küfer’s in Kirrlach kommen. Los gehts um 18 Uhr. Wäre schön wenn einige Leute dabei wären.

 

Noch 2 Tage

Uiuiui…mein letztes Mal im Indischen Internet! Mein letzter Blog eintrag aus Indien! Mein letzter Besuch im AVAG Büro!

Ich sollte aufhören diesen “letzter letzer letzer – Kram ” zu denken.

Aber großartige Abschiedsgefühle kommen bei mir ehrlich gesagt garnicht so wirklich auf. Im moment habe ich auch einfach noch mega viel zu organisieren. Fahrrad und Moped verkaufen, Päckchen nach Deutschland senden, Info-Event in Deutschland organisieren (vorraussichtlich am Abend des 17.8. im Küfers- merkt es euch vor), noch ein paar schöne indische Mitbringsel kaufen, Unterschriften und Rechnungen für Weltwärts einsammeln, mich von allen lieben leuten verabschieden…und der Film den ich gerade schneide will natürlich auch irgendwann fertig werden.

Aber besser ich begebe mich nicht zu sehr in diesen Stress. Schließlich läuft das Leben auch weiter wenn ich den ganzen Kram nicht schaffe. Und warum sollte ich nicht die wenigen Momente hier noch genießen, die mir in diesem magischen Land mit all meinen wundervollen Freunden noch geschenkt sind ?

 

All my bags are packed…

Die besitzerin meines House-Sittings, Nele, ist seit Donnerstag zurück und ich ziehe für die letzte Woche zurück in die chaotische WG im indieschen Dorf Alankuppam.

Hab die chance genutzt um gleich mal richtig zu packen und – Schock- hab 6 kg zu viel :-0

30 kg hört sich so viel an aber das ist es garnicht…mal sehen, muss ich wohl was mit der Post rüber schiffen.

Das Dorfhaus ist nach meinem Aurovillianischen Schloss ein ganzschöner Kontrast mit all dem Dreck und Lärm. Als ich angekommen bin ist mir gleich mal eine riesen Kakerlake aus dem Klo entgegen gekommen. “Welcome home”!

 

Eine ereignisreiche Nacht

Wisst ihr, dass der indische Ozean bei Neumond leuchtet?

Ja genau, ich habe das auch nicht geglaubt, wollte der Sache aber auf den Grund gehen. Deshalb bin ich letzten Neumond mit ein Paar Freunden an den Strand gefahren. Nachts am Strand, das ist hier in Indien allerdings so eine ziemlich brenzlige Sache. Schon auf den Vorbereitungsseminaren haben wir gehört, dass es bei den letzten deutschen Freiwilligen fast zu einer Vergewaltigung kam als ein Paar nachts allein an den Strand gefahren ist und auch hier wird man immer wieder davor gewarnt. Daher waren wir wirklich vorsichtig, haben uns als große Gruppe zusammen getan und sind immer wenn wir in der Dunkelheit näher kommende Gestalten gesehen haben aus dem Wasser und haben uns zu unseren Taschen gestellt. Die Gestalten sind dann auch tatsächlich ohne Probleme schweigend weitergezogen und wir hatten eine wunderschöne Zeit.

Und der Ozean leuchtet wirklich! Also vielleicht nicht so krass wie man es sich vorstellen könnte aber da sind kleine Mikroorganismen die wir manchmal kurz wie Glühwürmchen aufblinken sahen wenn wir auf das Wasser in unseren Händen schauten oder wenn sie an unseren badenden Körpern hängen blieben.

Allerdings kam das dicke Ende zum Schluss. Als wir heim fahren wollten mussten wir feststellen, dass wir mit einer Sache nicht vorsichtig genug gewesen waren: Mit unseren Motorrädern, die wir blöderweise außer Sichtweite geparkt hatten. Als wir zurück kamen war mein Benzin geklaut, bei meinen Freunden Batterien entladen, Zündkabel abgerissen und eine Motorradbox aufgebrochen in der unter anderem eine externe Festplatte waren. Deshalb sind die Gestalten wohl vorher auch so friedlich an uns vorbei gelaufen. Die wollten gar keinen Ärger mit uns, die wollten an unsere Bikes!

Mit einem Freund habe ich dann die Gruppe zurück gelassen um Benzin für mein Moped zu holen. Schon auf dem Weg haben wir gemerkt, dass ein paar junge Inder zu unseren Freunden einbogen. Und wer weiß schon wie die drauf sind wenn sie eine Gruppe Touristen inklusive weiße Frauen finden…

Wir hatten es also wirklich eilig mit dem Benzin zu ihnen zurück zu kommen. An der Tankstelle fanden wir dann auch bald die Nachtschicht in ihrem Büro auf dem Boden schlafen. Zuerst leise und schüchtern, dann irgendwann laut und genervt versuchten wir sie zu wecken. Nach einiger Zeit riefen uns auch unsere Freunde an und teilten uns aufgeregt mit dass jetzt tatsächlich ein paar Inder in ihrer nähe waren die sie beobachteten und mit ihren Handys herumtelefonierten. Ob sie wohl Freunde holen wollten um eine größere Gruppe zu sein die uns überwältigen könnte?!

So langsam kam Panik auf. Aber die Nachtschicht lies sich auch von unserer Hupe nicht davon überzeugen aufzustehen, motzte uns an wie es uns nur einfallen kann sie mitten in der Nacht zu wecken und schickte uns zur nächsten Tankstelle. Die war zum Glück nicht weit aber dort befanden wir uns genau in der gleichen Situation. Im Büro lagen 4 Männer auf dem Boden und verschliefen selig ihre Arbeitszeit.

Aber diesmal ließen wir nicht so schnell locker. Irgendwann waren dann alle wach aber immernoch unwillig aufzustehen und uns das Benzin zu geben! Nachdem kein Diskutieren und Bitten half war ich kurz davor sie einfach mit richtig viel Geld zu bestechen. Das war wahrscheinlich auch, was sie erwarteten. Mein Freund wurde dann aber darauf aufmerksam, dass an der Tür ein Aufkleber mit der Nummer ihres Managers klebte und drohte damit diese Anzurufen. Der Gedanke von ihrem aus dem Schlaf gerissenen Manager zur Sau gemacht zu werden wirkte dann aber doch wunder und sie rückten endlich das Benzin her, das wir in einer Plastikflasche zurück zu meinem Moped transportieren – gespannt wie sich die Situation mit unseren Freunden und den Indern mittlerweile entwickelt haben würde!

Als wir ankamen fanden wir unsere Freunde immernoch um ihre Bikes versammelt und die Inder lachend und telefonierend. Nachdem wir das Benzin umgefüllt hatten waren wir startklar, mussten allerdings auf unserem Weg direkt an der Gruppe Inder vorbei. Nach den Erfahrungen die wir bisher in dieser Nacht gesammelt hatten gingen wir vom Schlimmsten aus, bewaffneten uns mit Glasflaschen, bedeckten unser Haar und nahmen all unseren Mut zusammen.

Es ist dann doch nichts weiter passiert aber mein Adrenalinspiegel war auf jeden Fall so hoch wie selten!

Wenigstens macht Indien uns den Abschied nicht so schwer…zumindest was solche Dinge angeht.

 

"Can I take a picture please?" Kaum sagt man ein mal ja, hat man eine indische Großfamilie um sich wuseln und ist 2 Minuten lang damit beschäftigt mit jedem Familienmitglied einzeln zu posen und in die Kamera zu lächeln.

Zwar keine Dusche und keine Bettdecke, dafür hatte unser Hotel aber 5 Telefone ;-)

Nur noch weniger als ein Monat hier…Zeit ein paar andere Ecken meines schönen Staates Tamil Nadu zu erkunden. Deshalb sind Vincent und ich letztes Wochenende kurz entschlossen in die ca 250 km entfernten Elagiri Hills aufgebrochen. Und die ewige Motorad tour hat sich gelohnt.

Auf dem Weg haben wir uns zunächst mal den wirklich beeindruckenden Tempel der heiligen Stadt Tiruvanamalai angeschaut. An Vollmondtagen ist der ganze riesige Tempelbezirk mit Pilgern angefüllt aber als wir dort ankamen war es recht ruhig und wir konnten uns Aschepunkte auf die Stirn malen lassen ohne tot getrampelt zu werden.

Auch die saftig grünen Elagiri Hills waren eine willkommene Abwechslung da nicht nur das Klima sondern die gesamte Vegetation doch ziemlich anders ist als wir es von Auroville und Umgebung kennen. In der Nacht war es allerdings so kühl, dass ich mich fast ein bisschen erkältet habe…

 

Jaisalmer and back

Wirklich faszinierend wie fein dieser Sandstein behauen ist

Wirklich faszinierend wie fein dieser Sandstein behauen ist

Nach meinem Stopp in Pushkar ging es mit dem (wirklich recht komfortablen, wenn auch holprigen) Nachtbus weiter in das märchenhafte Jaisalmer. Mittelpunkt der kleinen Stadt am Rande der Thar Wüste ist eine alte Festung von der aus man einen wirklich beeindruckenden Blick über die wüste Weite hat. Das Kurioseste an Jaisalmer: alle Häuser sind aus Sandstein gebaut, aus dem zum Teil wirklich unglaublich feine Strukturen herausgearbeitet sind. Ganz besonders im Sonnenuntergang leuchtet der Sandstein in seinen wunderschönen satten Farben, was Jaisalmer den Namen “Golden City” eingebracht hat. Dort habe ich auch ein tolles Hotelzimmer bekommen. Mit ganz viel Wand-deko, Kissen, bunten Vorhängen…wie aus 1001 Nacht. Und das für einen wirklich richtig günstigen Preis. Tatsächlich habe ich auf meiner Reise ausnahmslos die Erfahrung gemacht, dass die billigsten Hotels die schönsten waren und die teuersten hässlich, laut und ranzig. Strange…

Jaisalmer eignet sich auch ausgezeichnet als Startpunkt für einen Ausflug in die Wüste. Mit einem spanischen Touristen, 4 Kamelen und 2 Kamelführern habe ich dann 2 Tage und eine Nacht in den sandigen Dünen verbracht. Einfach großartig. Man fühlt sich wie auf einem anderen Planeten. Die Pflanzen, die Tiere, die ganze Atmosphäre ist so fremd. Die Tage waren heiß aber mit ausgiebiger Siesta erträglich. Die Nächte waren – nicht wie ich immer gedacht hatte – ganz angenehm warm (man sagt ja immer es wäre nachts so kalt in der Wüste). Nur als ich aufgewacht bin sah ich aus wie der Sandmann höchst persönlich. Mein ganzes Gesicht, meine Haare, aaaalles voller feinem Wüstensand. Meine Kamera leider auch…

Joa, und dann ging es auch schon zurück nach Auroville. Aber das hat auch 63 Stunden gedauert, Indien ist nämlich VERDAMMT GROß ! Inklusive war auch fast ein Tag Aufenthalt in der Hauptstadt Delhi. Da habe ich gedacht: was nützt es stundenlang am Bahnhof zu

hängen? Ich schau mir lieber die Stadt an. Aber ich muss sagen, Delhi ist die absolut grässlichste Stadt, die ich jemals in meinem Leben gesehen habe!!!

Ich habe gewusst, dass ich in Delhi war als auf einmal haufenweise Fliegen und andere Insekten durch die Fenster in den Zug geflogen kamen. Dann hab ich aus dem Fenster geschaut und erstmal gedacht ich fahre durch eine Müllhalde (im Ernst) bis ich dann die kleinen Slum-hütten zwischen dem ganzen Müll gesehen habe. Die grenzten dann übergangslos an Luxus-villas…wieder Slums…Hotels…glänzende Bürotürme…Slums…

Auf den Straßen konnte man es ohne Ohropacks kaum aushalten weil ein permanentes Hupkonzert stattfand (ok, das kenne ich von allen anderen indischen Großstädten auch), der Gestank war ekelerregend und es waren einfach überall Menschen Menschen Menschen…in den Straßen hat man sich so eingeengt gefühlt wie auf einem Rock Konzert direkt vor der Bühne. Und dann bin ich auch noch durch das Viertel gelaufen wo Hühner verkauft und geschlachtet werden. Die Haltung ist sogar noch grausamer als in den in Deutschland zum Glück abgeschafften Legebatterien. Ich kann einfach nicht verstehen wie die Menschen hier in ein Chicken Restaurant gehen können neben dem die Käfige mit eingepferchten fast federlosen Hühnern stehen. Ich weiß nie: soll ich dass jetzt besser finden als die Verdrängung die in unseren Ländern stattfindet oder soll ich die komplette Gleichgültigkeit schockierender finden?

Mein schönstes und billigstes Hotelzimmer

Mein schönstes und billigstes Hotelzimmer

Naja, auf jeden Fall hat mir Delhi nach 4 Stunden für eine Lebenszeit gereicht und ich hab beschlossen mich die restliche Zeit doch lieber im Bahnhof zu verkriechen.

Nach der Eeeeeeeewigen Fahrt war ich dann wirklich unglaublich froh in meinem schönen Auroville anzukommen und meine Freunde wieder zu sehen (die ich mehr vermisst hatte als ich jemals geahnt hätte).

Die insgesamt 120 Stunden Bus und Bahnfahrt (Wartezeiten nicht eingerechnet) waren doch etwas viel. Aber auf jeden Fall eine Erfahrung die sich gelohnt hat.

Auf dem Bild kommt leider nicht raus wie unglaublich lang (ca. 619,5m) diese indischen Züge sind

 

Rajasthan

Es gibt wohl keine Armreifen, die es hier nich gibt

Die Saris werden bunter und laenger, die Landschaft karger, die Fruechte teurer und unter die Kuehe mischen sich immer mehr Kamele. Nach 28 Stunden Zugfahrt und Zwischenstopp im hirnzerreissenden Mumbai bin ich nun edlich in Indiens Wuestenstaat Rajasthan. Die erste Nacht habe ich in Ajmer verbracht. Im Reisefuehrer hat sich das ganz schoen angehoert mit vielen Tempeln, Moscheen und Parks aber die Stadt war absolut menschenueberladen und graesslich! Gleich bei meinem ersten Versuch etwas zu kaufen wurde ich abgezockt, angegrabscht und einfach respektlos behandelt. Alle 2 Minuten wollten irgendwelche jungen Kerle Fotos mit mir machen (ich will nicht wissen was sie dann erzaehlen wenn sie die zu Hause rumzeigen) und es war einfach uuunglaublich laut. Das Hotel war dreckig, haesslich und kostete doppelt so viel wie das suesse atmosphaerische Shanti Guesthouse in dem ich vorher war. Aber Ohropacks sei dank konnte ich auch hier schlafen und bin dann fluchtartig am naechsten Morgen nach Pushkar aufgebrochen.

Und diese zwar sehr touristische aber trotzdem wundervolle kleine Stadt hat mir dann gezeigt dass Rajasthan auch ganz anders kann. In den touristenfreundlichen Shops war ich erst mal einkaufen wie ein Weltmeister (ihr koennt euch schoener Mitbringsel sicher sein ;-) und bald habe ich auch nicht nur andere Reisende sondern auch nette Einheimische kennen gelernt.

Rajesh, ein kleiner Junge hat mich dazu eingeladen ihn und seine Familie zu besuchen, die in einer kleinen Zelthuette in der Wueste wohnt. Sie gehoeren zu einer Kaste aus Musikern und Saengern die auf fremden Land lebt. Und auch wenn sie nach westlichen Masstaeben unglaublich arm waeren…im Herzen ist diese liebevolle Familie reicher als die meisten die ich kenne. Gleich als ich angekommen bin haben sie mir ihre (wirklich eindrucksvolle) Musik vorgespielt und dann ihr Abendessen mit mir geteilt. Wir haben viel e Stunden mit einander verbracht und ganz unaufdringlich (im gegensatz zu den Bettlern die man hier sonst so trifft) hat mir Rahesh die Loecher in der Zeltplane gezeigt, die als Dach der gemeinschaftlichen Schlafhuette dient. Er hat mir erzaehlt, dass es wirklich schwierig sein wird in der bald kommenden Regenzeit dort zu schlafen und dass vor allem sein 2 jaehriger Bruder in solchen Bedingungen immer krank wird.

Das ist die Huette in der die ganze Familie schlaeft. Ist aber eine wunderschoene Atmosphaere dort und ueberraschend kuehl

Also habe ich ihm kurz entschlossen zugesagt, die 115 Euro fuer eine neue Plane zu geben. Sie wird der ganzen ca 10 Koepfigen Familie (ich habe nie alle zusammen gesehen) 3 Jahre lang reichen. Wenn sich jemand an dieser Spende beteiligen moechte koennt ihr mir gern eine Mail schreiben oder mich sonst wie kontaktieren.

Tja, und heute abend werde ich dann wieder aufbrechen und mit dem Bus nach Jaisalmer fahren. Wirklich viel Zeit, die ich hier in Zuegen und Bussen verbringe. ..Aber ist auch immer witzig wenn man dort mit Indern ins Gespraech kommt die lustige Sachen sagen wie: Das waere ja so praktisch dass man uns Europaerern das Alter nicht an den Haaren ansieht. Unsere Haare sind ja sowieso schon weiss… xD

 

Auf Tour

So…genug Auroville! Hab mich mal wieder aufgemacht das schoene Indien zu erkunden, das wirklich mit jeder Stunde Zugfahrt die man zurueck legt ein anderes Gesicht bekommt-und doch immer Indien bleibt!

Dieses mal war ich mutig und bin alleine los gezogen. Eine Erfahrung die ich einfach auch gerne mal machen wollte. Mein erster Stopp war die IT Metropole Bangalore. Eine lebhafte Indische Grosstadt wie man sie sich vorstellt: laut, bunt, viel Muell, Kuehe im Strassenverkehr… Aber schon allein was Kleidung oder Englischkenntnisse angeht wesentlich moderner als ich es von meinen kleinen Doerfern kenne.

Allerdings wusste ich dann doch nicht so recht was ich dort anfangen sollte und habe nur einen Tag dort verbracht.

Und jetzt bin ich gerade in Hampi! Ehemals die Hauptstadt eines riesigen Reiches um die 1400;  nun eine beliebte Touristenttraktion. Und das nicht ohne Grund! Ueberall auf den von unglaublichen Steinformationen ueberdeckten Huegeln stehen riesige Tempelruinen. Unglaublich beeindruckend und unglaublich schoen.

Habe auch ein paar andere Alleinreisende getroffen und war heute morgen mit einem von ihnen auf den typischen Granitfelsen klettern die hier herumliegen wie grosse Ostereier. War echt schoen. Auch wenn ich die Kletterschuhe nicht mehr so gewohnt bin…

So lange werde ich hier aber wahrscheinlich nicht mehr bleiben. Als naechstes geht es dann 2 Tage lang mit dem Zug in den noerdlichen Wuestenstaat Rajasthan, wo es viele Kamele, Silberschmuck, Karavanen und Maerchenschloesser gibt. (Mann sieht das Wort doof aus mit ae und oe… tut mir leid, meine liebe deutsche Sprache)

 

Mango-Season

Sie ist da, die Zeit des Jahres auf die alle Liebhaber der süßen saftig gelben Frucht sehnsüchtig gewartet haben: die Mango Season!

Auf der Farm ernten wir gerne mal 250 Kilo an einem Vormittag. Überall an jeder Straßenecke türmen sich die Mango-Pyramiden hinter denen indische Frauen oder Männer an einer mechanischen Waage sitzen und mich herzlich anlächeln.

Ein Kilo kostet dann ca. 50 cent. Und dass der aromatisch sauer-süße  Geschmack mit dem trockenen gelben Papp-Zeug das wir in Deutschland bekommen überhaupt nicht vergleichbar ist muss ich ja wohl nicht erwähnen ;-)

 

Farming

Gras schneiden auf Ananasfeldern unter Palmen - da macht mir auch die südindische Sonne nichts aus

Nachdem ich mich die ganze Zeit über meinen Bürojob beschwert habe weil ich es nicht leiden kann die ganze Zeit nur rumzusitzen und auf meinen Bildschirm zu starren habe ich jetzt die Initiative ergriffen und einen neuen Arbeitsplatz ausprobiert. Im Rahmen des Weltwärts programmes ist es mir zum Glück möglich einen Tag in der Woche für ein anderes Projekt zu arbeiten.

Diesen “Tag” verbringe ich mittlerweile auf einer Bio-Farm in Auroville, wo ich Gras auf den Ananas-Feldern schneide, Okra, Mangos etc. Ernte, den Kuhstall sauber mache und vieles mehr.

Diese naturverbundene körperliche Arbeit gibt mir ein Glücksgefühl, das ich vorher auf diese Art garnicht gekannt habe. Eine wunderschöne Erfahrung die mich viele Dinge klarer sehen lässt.

Auch zu den indischen Arbeitern auf der Farm habe ich eine sehr herzliche Beziehung. Und das fast ohne verbale kommunikation da nur wenige englisch sprechen.